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Vorsteuerabzug für eine Dachsanierung bei Errichtung einer Photovoltaikanlage

Erneuerbare Energien Steuerberater News am 05.03.2010:

Das Finanzgericht Nürnberg hat mit dem heute veröffentlichten Urteil über die Berechtigung zum Abzug der Vorsteuer bei einer Dachsanierung und anschließender Errichtung einer Photovoltaikanlage entschieden. Streitig war, ob dem Kläger der Vorsteuerabzug aus Rechnungen u.a. für das Umdecken eines Daches und einer Dacherweiterung im Zusammenhang mit der Errichtung einer Photovoltaikanlage zusteht.

 
Der Kläger errichtete im Streitjahr auf dem Dach eines ehemalig landwirtschaftlich genutzten Stallgebäudes eine Photovoltaikanlage. Die Anlage bedeckt gänzlich die nach Südosten geneigte Dachfläche. Die Fertigstellung/Inbetriebnahme erfolgte am 03.07.2008. Bereits in den Vorjahren war der Kläger mit dem Betrieb einer Photovoltaikanlage auf einem anderen Gebäude unternehmerisch tätig. Die zum Zwecke des Vorsteuerabzugs beim Finanzamt eingereichten Rechnungen betrafen das Umdecken des Stallgebäudes mit der Abnahme und Entsorgung asbesthaltiger Eternitplatten sowie der Neueindeckung des Daches. Außerdem wurde der West- und Ostgiebel um ca. 1 m verlängert und das Dach nach Süden hin erweitert. In der Rechnung waren ferner Kranstunden und Facharbeiterstunden für das Ausschneiden von Bäumen enthalten. Weitere Rechnungen betrafen die Installation der Beleuchtung im Wechselrichterraum und einen Regenwasserablauf.
 
Das Finanzamt verweigerte den Vorsteuerabzug, da kein Zusammenhang der Dachsanierung/ -erweiterung mit der Errichtung der Photovoltaikanlage bestünde.
 
Das Finanzgericht gab dem Errichter der Photovoltaikanlage Recht und ließ den Vorsteuerabzug in vollem Umfang zu:
 
"Als vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer gilt bereits, wer die durch objektive Anhaltspunkte belegte Absicht hat, eine unternehmerische Tätigkeit auszuüben und erste Investitionsausgaben für diesen Zweck tätigt. Der Betrieb einer Photovoltaikanlage erfüllt die Voraussetzungen einer unternehmerischen Tätigkeit, wenn er als Nutzung eines Gegenstandes der nachhaltigen Erzielung von Einnahmen dient."
 
FG Nürnberg v. 29.09.2009, Az. 2 K 784/2009